Pragmatisch Denken Und Lernen

Vor kurzem habe ich in einem Blogeintrag darüber berichtet, was ich noch unbedingt aus dem Buch “Pragmatisch Denken und Lernen” ausprobieren und durcharbeiten möchte. In den folgenden Beiträgen möchte ich sowohl meine neugewonnen Erfahrungen und die Ausarbeitung der vertiefenden Aufgaben des Buches behandeln.

1 Einleitung – Vertiefende Handlungen

Vertiefung: Werfen Sie einen sorgfältigen Blick auf aktuelle Probleme in Ihrem Projekt.  Können Sie die verschiedenen Systeme erkennen, die daran beteiligt sind? An welchen Stellen interagieren Sie? Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen Verbindungsstellen und den von Ihnen beobachteten Probleme?

Nachdem im Buch des Öfteren darauf hingewiesen wird, Mind-Maps zu verwenden, hab ich gleich bei dieser Aufgabe eine angefertigt. Darauf kann man die verschiedenen Systeme, die aufeinander einwirken, erkennen. Zum einen entstehen die gezeigten Probleme durch die doch größeren Generationsunterschiede im Team. Ich zähle zu den jüngeren Mitgliedern. Unser Team besteht zur Hälfte aus Personen unter bzw. 30 und Personen um die 40. Auf der Mind-Map kann man erkennen, wo Generationskonflikte in unserem Projekt auftreten.

Die menschliche Seite, bzw. habe ich das nächste System als Zwischenmenschliche Konflikte bezeichnet, ist für die mangelnde Kommunikation und für Wissenslücken im Team mit Sicherheit mitverantwortlich. Obwohl unser Team in ein und demselben Raum sitzt, würde ich die Kommunikation doch eher als mangelhaft ansehen. Zum Beispiel werden Änderungen am Projekt nicht sorgfälltig weiterkommuniziert und festgehalten. Es gibt zwar ein Wiki, in das jedoch von maximal zwei Teammitgliedern Einträge verfasst werden. Eigentlich gibt es so gut wie keine Dokumentation bzw. wird keine Zeit dafür verwendet.

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Es gibt zwar ein Aufgabenverwaltungstool, doch ehrlich gesagt, wer sieht sich Aufgaben an, die nicht einen selbst betreffen. Sofern es Änderungen gibt, werden diese etwa durch lautstarkes “… das Businessmodul blablabla muss gebaut werden damit die Anwendung wieder gestartet werden kann … “ oder, wenn man Glück hat, gibt es vielleicht eine passende Benachrichtigung via Mail. Wenn man Pech hat, und man war wärend der mündlichen Benachrichtigung nicht im Raum anwesend, kann man die nächsten Stunden damit einplanen  Fehler zu finden… richtig gehört… Stunden.

Das dritte und letzte System, die Technik, verursacht in unserem Projekt extrem viele Wartezeiten. Dadurch wird man sehr oft aus dem Kontext herausgerissen und benötigt dann extra wieder Zeit, genau diesen wieder zu finden. Dies führt zu regelrechter Frustration und Demotivation. Jedoch ist man nicht bereit die fehlerverursachenden Tools, die noch dazu extrem viel Geld kosten, auszuwechseln.

Ich versuche die Qualität im Projekt hoch zu halten und wenn Mailbenachrichtigungen mit wichtigen Informationen verschickt werden, verfasse ich einen neuen Wiki-Eintrag. Ich kommuniziere jede von mir gemacht Änderung und erledigten Task so, damit alle Teammitglieder nachvollziehen können, was von meiner Seite am Projekt verändert oder erweitert wurde. Ich könnte noch viel mehr Zeit aufwenden um höhre Qualität, in welcher Form auch immer, zu fördern. Allerdings muss auch dezidiert dafür Zeit eingeplant werden.

Wie man auf der Mind-Map erkennen kann, stehen alle Systeme miteianander in Verbindung, ebenso alle Probleme (natürlich handelt es sich hierbei nur um eine Teilmenge). Unterschiedliche Charaktere haben sehr oft, sehr unterschiedliche Ansichten was z.B. Qualität im Projekt betrifft. Wenn man nicht auch privat Interesse an Weiterbildung bezüglich des Jobs hat, werden sich die entstehenden Wissenslücken nicht schließen lassen. Dazu muss man allerdings festhalten, dass auch Zeit für Weiterbildung während der Arbeitszeit eingeplant werden muss.

Vertiefung: Bennenen Sie drei Dinge, die Sie ohne Kontext analysiert haben und die später für Probleme gesorgt haben.

Kann ich hier derzeit keine konkreten Beispiele nennen. Jedoch habe ich mit Sicherheit schon sehr oft, sowohl privat als auch beruflich, Entscheidungen getroffen, bei denen ich nicht das große Ganze betrachtet habe die im Endeffekt zu Problemen geführt haben. Sofern mir konkrete Beispiele einfallen oder passieren werde ich sie an dieser Stelle nachtragen.

Vertiefung: Bringen Sie irgendwo in der Nähe Ihres Monitors ein Schild mit den Worten “Den Kontext betrachten” an.

Bereits erledigt.

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2 Vom Anfänger zum Experten – Vertiefende Handlungen

Vertiefung: Schätzen Sie sich selber ein. Wo im Dreyfus-Modell sehen Sie sich selbst für die wichtigsten Fähigkeiten, die Sie bei der Arbeit einsetzen? Stellen Sie zusammen, auf welche Weise sich ihr aktuelles Fähigkeitsniveau auf Sie auswirkt.

Kurz zusammengefasst die fünf Stufen (vom Anfänger zum Experten) im Dreyfus-Modell:

  • Anfänger: Benötigt kontextfreie Rezepte; möchten unmittelbares Ziel erreichen; wissen nicht wie sie auf Fehler zu reagieren haben.
  • Fortgeschrittener: Kann vom festen Regelsatz abweichen; kann Aufgaben auf eigene Faust bewältigen; jedoch weiterhin Schwierigkeiten mit Problemen; ist nicht am großen Ganzen interessiert.
  • Kompetenter: Kann (auch neuhinzugekommene) Probleme selbstständig lösen; “zeigt Initiative”; “findig”.
  • Gewandter: Braucht Gesamtbild; ist zur Selbstkorrektur in der Lage; versteht Leitsätze; Junior-Experte.
  • Experte: Ist die wichtigste Quelle für Wissen und Informationen; riesiger Erfahrungsschatz; arbeitet aus Intuition heraus; weiß auf welche Details er sich konzentrieren muss; kann zielgerichtet und konzentriert Muster erkennen.

Technische Aufgaben (Code schreiben, Modellierung, Design, Build, etc.), fachliches Verständnis und Probelmlösung sind die wichtigsten Tätigkeiten bei meiner Arbeit. Natürlich zählt auch die Kommunikation zu meinen anderen Teammitgliedern dazu, jedoch kann man das Dreyfus-Modell nicht wirklich darauf anwenden.

Ich würde behaupten, dass ich technische Aufgaben als fortgeschrittener bzw. kompetenter Praktizierender bewältigen kann. In diesem Bereich weise ich auch die meißte Erfahrung auf und tue mir deshalb relativ leicht auch neue Dinge zu lernen.

Fachlich gesehen bin ich ein totaler Anfänger. Würde ich rein fachliche Aufgaben bekommen, bräuchte ich genaue Rezepte nach denen ich vorgehen kann um die Aufgabe zu lösen. Da ich hauptsächlich technische Aufgaben erledige, die kein fachliches Wissen voraussetzen, muss ich mich in meiner Freizeit dringend auf diesem Gebiet weiterbilden.

Was die Problemlösung anbelangt, würde ich mich hierbei als fortgeschrittener Praktizierender ansehen. Ich kann selbstständig (technische) Probleme lösen, allerdings kommt es auch noch hin und wieder vor, dass ich ohne zusätzliche Hilfe von erfahrereren Teammitgliedern, Probleme nicht bewältigen kann.

Ich versuche eigentlich immer, egal welche Aufgabe oder welches Problem gerade ansteht, zuerst einmal selbstständig zu arbeiten. Ich bemerke eigentlich sehr rasch wenn ich ohne zusätzliche Hilfe nicht weiterkomme. Neue gelernte Dinge, die ich nicht jeden Tag wiederholen werde, schreibe ich in einem neuen Wiki-Eintrag nieder, damit ich später wieder darauf zurückgreifen kann.

Vertiefung: Nennen Sie andere Fähigkeiten,  bei denen Sie Anfänger, Fortgeschrittener etc. sind. Achten Sie bei dieser Einschätzung auf die Möglichkeit von Inkompetenz zweiten Grades.

Da ich mich neben der Softwareentwicklung auch sehr für Krafttraining und Sport im Allgemeinen interessiere, beaupte ich dass ich zumindest fortgeschritten bezüglich des Wissens auf diesem Gebiet bin. Ich kann sinnvolle Trainingspläne zusammenstellen (nicht nur für mich selbst), umsetzen und entweder Fortschritte oder aber auch keine Effekte bemerken. Im zweiteren Fall ist es mir aufgrund meiner Erfahrung her möglich, die Trainigspläne abzuändern um gezielt Verbesserungen vorzunehmen. Ich wage zu behaupten, dass ich auf diesem Gebiet sogar eher zum Kompetenten bzw. Gewandten gehöre.

Anfänger bin ich mit Sicherheit im Finanzwesen. Interesse ist zwar vorhanden, jedoch war ich noch nicht dazu bereit mir die Zeit zu nehmen um mich speziell auf diesem Gebiet weiterzubilden. Diest ist mit Sicherheit einer meiner nächsten Themen die ich durcharbeiten möchte.

Zum Experten reicht es eigentlich noch nicht wirklich bezüglich irgendeiner meiner Fähigkeiten, schon allein aufgrund meines Alters (derzeit 27). Vor zehn Jahren hatte ich einfach noch andere Interessen als die Softwareentwicklung.

Vertiefung: Legen Sie für jeder dieser Fähigkeiten fest, was Sie benötigen, um zur nächsten Stufe zu gelangen. Behalten Sie diese Beispiele im Hinterkopf, während Sie das Buch zu Ende lesen.

Im Krafttraining benötige ich einfach die notwendige Ausdauer und Konsequenz die zur Ausführung dieser Sportart nötig ist um zum wirklichen Gewandten oder Experten aufzusteigen. Bezüglich dem Finanzwesen muss ich die ersten Bücher durcharbeiten um vom Anfänger zum Fortgeschrittenen aufzusteigen. Mein Wissen und Erfahrung bezüglich der Softwareentwicklung muss weiter aufgebaut und verfeinert werden. Ich habe noch selbst sehr viel zu lernen. Keine neuen Technologien aber eine Verfeinerung von Prinzipien und Praktiken die jeder gewissenhafte Softwareentwickler an den Tag legen sollte.

Vertiefung: Erinnern Sich sich an Probleme, die Sie in einem Projektteam erlebt haben. Hätten sich irgendwelche davon vermeiden lassen, wenn das Team sich des Dreyfus-Modells bewusst gewesen wäre? Was können Sie in Zukunft anders machen?

Ich denke ja, wenn jeder die absoluten Stärken des jeweils anderen gewusst und richtig einschätzen hätte können, hätte man viele Dinge anders angehen können. Dazu müssen sich jedoch alle Entwickler und Teammitglieder auf einen gemeinsamen Konsenz einigen, was die wirklich wichtigen Prinzipien eines gewissenhaften Softwareentwicklers sind.

Vertiefung: Stellen Sie sich ihre Teamkollengen vor: Wo befinden sie sich auf ihrem Weg? Auf welche Weise kann das nützlich für Sie sein?

In meinem jetzigen Team gibt es nur einen einzigen Experten, jedoch nicht auf dem Gebiet der Softwareentwicklung, sondern auf dem Gebiet der fachlichen Anforderungen. Ansonsten würde ich behaupten, dass niemand über den Status eines (maximal) Kompetenten hinausreicht. Ich sehe große Probleme auf uns zukommen, sofern das Team erweitert werden soll. Es wird sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, neue Mitglieder einzuschulen und ihnen den Code verständlich zu machen. Ich halte die Ideen aus dem Buch sehr gut, (kompetente) Mentoren für neuhinzugekommene Teammitglieder einzusetzen. Nicht für gut empfinde ich aber die Strategie die bei mir und vielen anderen bereits eingesetzt wurde, jemanden vor einem Bildschirm zu platzieren und keine Richtung vorzugeben (Rezepte für Anfänger, etc.).

Über sageniuz

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